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Medien & Programm

Mediatheken: Per Knopfdruck zum eigenen Programm

Wer zu analogen Zeiten Herr über sein Programm sein wollte, brauchte eine umfangreiche Filmsammlung, jede Menge leere Datenträger und ein Gerät zum Aufnehmen und Abspielen. Dank smarter Fernseher und HbbTV geht das heute deutlich einfacher: Fernseher mit dem Internet verbinden, Sender auswählen, den roten Knopf auf der Fernbedienung drücken – und schon steht in der Mediathek eine umfangreiche Auswahl an Spielfilmen, Serien, Dokumentationen und Nachrichtensendungen zum Abruf bereit. Was die Mediatheken Ihnen bieten und wie sich die Angebote der Sender unterscheiden, erfahren Sie hier.
Mit „Auf Rot geht’s los“ bewerben die Fernsehsender ihre Mediatheken. Mit der roten Taste kann man aus dem laufenden Programm heraus zu Internet-Inhalten wechseln. Quelle: ARD.

Alles auf einen Klick?

Das Angebot der Mediatheken ist sehr unterschiedlich. Das liegt zunächst daran, dass jeder Sender seine eigene Mediathek betreibt und daher selbst entscheidet, welche Inhalte über Smart-TVs und Internet bereitstehen sollen. Wie groß die Unterschiede sind, veranschaulicht ein Vergleich:

Die Mediatheken mit dem umfangreichsten Angebot werden zur Zeit von den öffentlich-rechtlichen Sendern betrieben. Spitzenreiter ist die Mediathek der ARD: Mittels Livestream über Browser oder App können die Zuschauer das aktuelle Programm der gesamten Sendergruppe verfolgen. Zu dieser gehören neben ARD auch auf die Regionalsender BR, HR, MDR, NDR, RBB, SR, SWR und WDR sowie die Spartensender ARD-alpha, arte, 3sat, KiKa, Phoenix, Tagesschau 24. Außerdem stehen nach eigenen Aussagen 90 Prozent des Programms auch nach der Ausstrahlung im Fernsehen zum Abruf über Smart-TV, PC und Mobilgeräte bereit. Die abgerufenen Sendungen liegen in guter Bildqualität vor, sind in der Regel untertitelt oder sogar als Hörfassung verfügbar. Das gesamte Angebot ist kostenlos und werbefrei.

Die Mediathek der ARD und ihrer Regional- und Spartensender bietet zur Zeit das umfangreichste Programmangebot.

Ein etwas anderes Bild bietet sich bei den privaten Sendern. Sie bieten mittlerweile zwar auch einen großen Teil ihres Programms über Mediatheken an – allerdings mit einigen Einschränkungen. Technisch sind ihre Mediatheken eher für PCs und Mobilgeräte ausgelegt; Smart-TVs werden zwar grundsätzlich unterstützt, aber nur mit eingeschränktem Funktionsumfang – teilweise fehlt das komplette Programmangebot zum „Nachschauen“. Wie im Live-TV sind Werbeunterbrechungen ein wesentlicher Bestandteil des Programms, sie können in den meisten Fällen auch nicht übersprungen werden. Die privatwirtschaftliche Ausrichtung zeigt sich auch daran, dass ein großer Teil des Angebotes kostenpflichtig ist – für Kultserien wie „Alarm für Kobra 11“ werden € 1,29 pro Folge fällig.

Was kann man wo wie lange ansehen?

Ob und wie lange Sie eine Sendung in einer Mediathek ansehen können, hängt von zwei Faktoren ab: Von der Rechtelage und – bei den öffentlich-rechtlichen Sendern – von den Regelungen des Rundfunkstaatsvertrages.

Viele Sendungen und Beiträge enthalten fremdes Bild- oder Musikmaterial, zum Beispiel wenn in Kulturmagazinen Filme oder Theateraufführungen besprochen werden. Wenn der Rechteinhaber diese Ausschnitte nicht oder nur für kurze Zeit für die Verbreitung über den Online-Kanal freigibt, darf der Sender den Beitrag nicht oder nur für den vereinbarten Zeitraum in der Mediathek bereitstellen.
Neben den zeitlichen gibt es auch regionale Einschränkungen: Bei Sportübertragungen, Filmen und Serien ist häufig vertraglich festgelegt, dass diese nur in Deutschland gezeigt werden dürfen. Hier müssen die Sender durch technische Mittel sicherstellen, dass man nicht aus dem Ausland auf das Video zugreifen darf.

Die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender bieten ein vielfältiges Programm. Was Sie wann und wie lange anschauen können, hängt von den Inhalten und der Rechtelage ab. Quelle: ARD.

Bei den öffentlich-rechtlichen Sendern regelt zusätzlich der Rundfunkstaatsvertrag, welche Sendungen wie lange in den Mediatheken veröffentlicht werden dürfen. Das kann auch bei vorhandenen Online-Rechten die Bereitstellung eines Videos verkürzen oder ganz verhindern.
So untersagt es der Rundfunkstaatsvertrag, angekaufte Produktionen in den Mediatheken anzubieten, auch wenn dies von den Online-Rechten her möglich wäre. Dies betrifft internationale Spielfilme wie „James Bond“, aber auch angekaufte Serien wie „Sherlock“ oder „Inspector Barnaby“.
Für eigene Produktionen von ARD und ZDF gibt es ein komplexes, dreistufiges Verfahren, mit dem die Veröffentlichungsdauer in den Mediatheken bestimmt werden – anhand sozialer und kultureller Bedürfnisse, anhand des Beitrags zum publizistischen Wettbewerb und anhand des finanziellen Aufwands für die Verbreitung. In der Praxis ist die folgende Faustregel hilfreich: Filme und Serien sind in der Regel 7 Tage online verfügbar, Dokumentationen und Informationssendungen bis zu 12 Monate.
Auch der Jugendschutz ist über den Rundfunkstaatsvertrag geregelt. Krimis und andere Sendungen, die ab 12 Jahren freigegeben sind, dürfen erst nach 20 Uhr über die Mediatheken abgerufen werden.

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